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Severer ArtikelAls Severer bezeichnet man eine römische Dynastie von Kaisern, die - mit einjähriger Unterbrechung durch Macrinus - von 193 bis 235 in Rom regierten.
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In dieser chronologischen... |
- Unterbrechung durch den Usurpator Macrinus (217/218)
Buch-Tipp: Blutsbräute Gut, aber leider nicht spannend genug Im Buch handelt es sich um junge Mädchen, die sich von Otis Tohar Reichtum angelockt werden um für ihn zu arbeiten. Viele der Mädchen zahlen ihre Erfahrungen mit ihrem Leben, aber nicht ohne vorher Qualen erleidet zu haben. Erst werden sie für pornografische Zwecke benutzt und dann umgebracht. Immer... |
Die Römische Geschichte unter den Severern | |
Die Severer werden allgemein als eine letzte Phase der Ruhe vor der Ära der Soldatenkaiser angesehen. Dennoch wäre es unangebracht, ihre Zeit als "friedvoll" zu nennen; tatsächlich war die severische Dynastie geprägt von dem zunehmenden Umschwung des Römischen Reiches in einen von steten Machtkämpfen und der absoluten Dominanz des Militärs gekennzeichneten Staat.
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Die Anfangsjahre der Severer ließen die Römer nach Jahren des Bürgerkrieges wieder Hoffnung schöpfen: Septimius Severus war als Rächer des ermordeten Kaisers Pertinax auf die politische Weltbühne getreten, und obwohl er das Reich in ganz enormen Maße militarisierte und den Senat teilweise aktiv bekämpfte, schaffte er es, die blühende Korruption einzudämmen und wieder für relative Ordnung im gebeutelten Imperium zu sorgen.
Nach Septimius' Tod 211 jedoch rutschte das Reich wieder in eine Krise, als Septimius die Macht zu gleichen Teilen auf seine beiden Söhne Caracalla und Geta übergehen ließ, die sich gegenseitig abgrundtief hassten. Bereits nach einem guten Dreivierteljahr wurde Geta brutal ermordet, und Caracalla errichtete in dem folgenden eine grausame Terrorherrschaft, bei der der zunehmend in den Wahnsinn abdriftende Kaiser Zehntausende umbringen ließ. Auf der anderer Seite war Caracalla ein hervorragender Feldherr, der trotz des Hasses und der Verachtung, die ihm aus allen Gesellschaftsschichten entgegenschlug, durchaus fähig war, den Staat zu leiten. Geschickt sicherte er sich die Unterstützung des Militärs und führte mehrere erfolgreiche Feldzüge. Seine zunehmende Paranoia und das Massaker von Alexandria entzogen ihm in dem zivilen Teil der Gesellschaft die letzten Symphatien; 217 wurde Caracalla auf Veranlassung seines Prätorianerpräfekten Macrinus während eines Partherfeldzuges ermordet.
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Diese Tat besiegelte den Umsturz von einer noch relativ diszipliniert-geordneten Staatsstruktur (wenngleich sie zuletzt ca. durch die Furcht vor der Geheimpolizei des Caracalla aufrechterhalten wurde) in ein krisengeschütteltes Reich, im Kaiser teilweise eine so kleine Lebenserwartung besaßen, dass manche adlige Römer sich strikt weigerten, das höchste Amt in dem Staate zu übernehmen. Macrinus startete durchaus mit guten Vorsätzen in eine allerdings schwierige Situation hinein: Große Teile des Militärs hatten Caracalla unterstützt und standen dessen Mörder nun ablehnend gegenüber, der Krieg mit den Parthern war weiter in dem vollen Gange, und die noch lebenden Severer betrieben eine offene Oppositionspolitik. Als Macrinus es nicht schaffte, eine entscheidende Wende in dem Krieg herbeizuführen, hievte Caracallas Tante Julia Domna ihren Enkel Varius Avitus auf den Thron. Macrinus und sein Sohn wurden dabei getötet.
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Theodor, der Ich-Erzähler, ein wenig Worte machender Hoferbe, heiratet eine Frau aus der Stadt (Linz). Sie, die Städterin ohne Vornamen, folgt ihm... |
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Doch schnell stellte sich heraus, dass sich die Lage dadurch ca. noch verschlimmerte; Avitus entpuppte sich als fanatischer Anhänger des syrischen Sonnengottes Elagabal und erhob dessen Kult zur Staatsreligion. Zusätzlich mussten die entsetzten Römer erkennen, dass ihr neuer Kaiser ganz klar geisteskrank war: Avitus zog sich Frauenkleider an, erwog, sich die Genitalien entfernen zu lassen, sammelte leidenschaftlich gerne Spinnenweben und hielt täglich Opferrituale für Elagabal ab, die in ihrer extremen Grausamkeit und Blutigkeit fast schon bizarr anmuteten. Julia Domna überredete ihn, seinen Cousin Severus Alexander zu adoptieren. Solcherart abgesichert, konnte nach vier Jahren des Schreckens der Ägide des Avitus durch dessen grausame Ermordung endlich ein Ende gemacht werden.
Zum ersten Mal seit Septimius Severus schien sich zunächst wieder eine Zeit des Friedens anzubahnen, als Severus Alexander, ein abgeklärter, intelligenter Jugendlicher, die Nachfolge seines Vetters antrat. Doch Alexander hatte zeitlebens mit steten Meutereien und Desertationen innerhalb des Militärs zu kämpfen, da der neue Kaiser alles andere als soldatisch war. Gleichzeitig konnte er seine an sich klugen Vorhaben zur Restaurierung der maroden Wirtschaft nie durchsetzen, da tatsächlich seine Großmutter Julia Domna sowie seine Mutter Julia Mamaea die Fäden in der Hand hielten und mit den Staatseinnahmen ihre Prunksüchte finanzierten. Als dann auch noch erneut ein Krieg mit den Persern ausbrach und Alexander sich als militärisch völlig unfähig erwies, stiegen die Ressentiments innerhalb des Militärs gegen die severische Vetternwirtschaft mit einem faktisch machtlosen Kaiser an der Spitze stets mehr und gipfelten in dem März 235 schließlich in der Ermordung von Severus Alexander und dessen Mutter.
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Bis ich dieses Buch gelesen hatte, war mir nicht klar wie bedeutsam die Mutter Karl des Großen war. Sicherlich wäre die Geschichte eine andere ohne Sie. Einige künstlerische Freiheiten jedoch nimmt die Autorin in Anspruch, allem in... |
Gesellschaftliche und politische Umwälzungen | |
Die Severer stammten ursprünglich alle aus Syrien und betonten das in dem Gegensatz zu früheren Kaisern durchaus. Die severischen Kaiser sahen sich nicht auf die Hauptstadt Rom fokussiert, sondern bereisten alle Gebiete des Reiches. Dadurch verschob sich die Machtstellung der Stadt Rom zunehmend auf die Provinzen. Der Konflikt mit den Parthern bzw. später den Persern trat zunehmend in den Mittelpunkt der römischen Außenpolitik. Die Bedrohung durch die Germanen hingegen wurde durch die Severer gelungen aufgefangen; die Germanen sorgten erst ab den letzten Jahren der Herrschaft des Severus Alexander für Konflikte an den nördlichen Grenzen.
Politisch öffnete sich die römische Gesellschaft zunehmend den nichtrömischen Bewohnern des Riesenreiches. Durch die Antoninische Verfassungsreform unter Caracalla, die allen freien Bewohnern des Imperiums das Bürgerrecht garantierte, wälzten sich die Strukturen der Gesellschaft daraufhin stark um; Gegenüber Städten wie Mailand oder Byzanz verlor Rom stets mehr an Bedeutung auf allen Ebenen; Bürger aus allen Teilen des Reiches gliederten sich in alle Gesellschaftsschichten ein, und die Bedeutung der altrömischen Familien verlagerte sich mehr auf gesellschaftliche Anerkennung als auf politische Macht.
Wie weiter oben schon gesagt, war die Zeit der Severer quasi ein Vorspiel für die Zeit der Soldatenkaiser, während der praktisch ständig Bürgerkrieg war und unter der die römische Wirtschaft enorm zu leiden hatte. Diese Entwicklung ließ sich schon in der zweiten Hälfte der severischen Ägide absehen, als die beiden Kaiser Varius Avitus und Severus Alexander zunehmend mit Usurpatoren und Gegenkaisern zu kämpfen hatten.
Buch-Tipp: Die Masken von San Marco Spannend, komisch, geistreich Ich mußte das Buch in einem Zug durchlesen. Die Geschichte hat von Anfang bis zu dem spannend amüsanten Ende einen Sog und einen Charme, denen man sich schwer entziehen kann. Wer allerdings einen historischen Roman in dem Stil von Rebecca Gablé oder Iny Lorentz erwartet, wird kaum auf seine Kosten kommen. Und wer einen... |
Grundriss der Rezeptionsgeschichte | |
Unter den Severern kam es zu einem beispiellosen Einfluss der Frauen am Hof. Bedingt durch die orientalische Herkunft dieser Familie entwickelte sich in der älteren Forschung das gepflegte Vorurteil, es habe sich dabei um eine dekadente Dynastie gehandelt, deren Hauptcharakteristika Macht- und Habgier gewesen seien. Dieses Bild ist von der modernen Forschung längst relativiert worden. Unter anderem Karl Christ hat darauf aufmerksam gemacht, dass gerade die Frauen häufig eine dynamische und positive Rolle spielten (Christ, Kaiserzeit, S. 633 f.).
Vor allem machte die Zeit der Severer deutlich, dass auf Dauer ca. noch eine Dynastie ein Mindestmaß an Ordnung gewährleisten konnte. Sowohl unter den Soldatenkaiser als auch und vor allem in der Spätantike sollten dahingehende Bestrebungen die Hauptantriebsfeder der jeweiligen kaiserlichen Politik sein.
Siehe auch: Römisches Reich, Liste der römischen Kaiser
Buch-Tipp: Die Mätresse des Kaisers. Schöner Einstieg in die Geschichte um den Stauferkaiser Friedrich II. Nachdem Bianca von ihrem zukünftigen Ehemann fast vergewaltigt wird und sie ihn daraufhin mit einer Schere attackiert, muss sie fliehen in der Annahme ihren Peiniger getötet zu haben. Ihre Flucht gemeinsam mit ihrem Falkner Lorenzo gestaltet sich recht abenteuerlich und endet... |
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